Alles nass macht der Herbst: Bremswege richtig kalkulieren

Neben den Sichteinschränkungen und der Kälte kann im Herbst auch die nasse Fahrbahn zur Gefahr für Autofahrer werden.

Autos fahren auf nasser Straße mit geringem Abstand. Die Autos fahren mit Licht, es ist dunkel.

Aufgrund vermehrter Regenfälle in den Herbst- und Wintermonaten passieren oftmals Unfälle, die einem zu knapp kalkulierten Bremsweg und zu nahem Auffahren geschuldet sind. Deshalb sollten Autofahrer sich über die Bremswege bei unterschiedlichen Straßenverhältnissen bewusst sein. Unter anderem ist der Bremsweg auch ausschlaggebend für die Mindestabstände zu anderen Fahrzeugen.

Normaler Bremsweg vs. Gefahrenbremsung

Bei trockener Fahrbahn und keiner akuten Gefahr kann der Bremsweg mit folgender Formel berechnet werden:

Normaler Bremsweg ≈ (gefahrene Geschwindigkeit ÷ 10) x (gefahrene Geschwindigkeit ÷ 10)

Für eine Geschwindigkeit von 50 km/h ergibt sich somit ein Bremsweg von 25 Metern, bei 100 km/h sind es schon 100 Meter. Das heißt doppelte Geschwindigkeit bedeutet bereits den vierfachen Bremsweg.

Befindet sich der Autofahrer in einer Gefahrensituation, wird meist deutlich heftiger gebremst, wodurch sich der Bremsweg entsprechend verändert. Deshalb wird der normale Bremsweg berechnet und durch zwei geteilt, um den Bremsweg in Gefahrensituationen zu berechnen. Um den Weg bis zum Stillstand des Fahrzeugs zu ermitteln, ist der Reaktionsweg zu berücksichtigen. Das ist der Weg, den das Fahrzeug bereits zurückgelegt hat, bis der Fahrer reagieren kann. Die Zeit bis zur Reaktion beträgt circa eine Sekunde, der Reaktionsweg in m berechnet sich wie folgt:

Reaktionsweg ≈ (Geschwindigkeit in km/h ¸ 10) x 3

Möchte man nun den Anhalteweg des Fahrzeugs ermitteln, gilt:

normaler Bremsweg + Reaktionsweg, bzw. Bremsweg bei Gefahrenbremsung + Reaktionsweg.

Besteht bei solchen Bremsmanövern aufgrund falscher Kalkulation nicht ausreichend Abstand zum Vordermann, kann es schnell zu Unfällen kommen.

Mindestabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug

Um bei Bremsmanövern keinen Unfall zu verursachen, ist es wichtig den Mindestabstand zwischen Fahrzeugen einzuhalten. Dieser variiert je nach Geschwindigkeit. Innerorts bei 50km/h gilt: 15 Meter bzw. 3 PKW-Längen Abstand. Das entspricht der in einer Sekunde gefahrenen Strecke. Außerorts gelten 2 Sekunden, bzw. ein halber Tacho Abstand – bei 100 km/h sind somit 50 Meter Abstand zum Vordermann zu halten.

Hier wird deutlich, dass der Mindestabstand nicht dem zu erwartenden Bremsweg entspricht!

Größerer Abstand bei Regen und Glätte

Ist die Fahrbahn nass, mit Schnee bedeckt oder glatt, ist der Sicherheitsabstand entsprechend zu erhöhen. Bei Regen verschlechtert sich nicht nur die Sicht für den Fahrer, auch entsteht häufig ein Schmierfilm auf der Straße, wodurch sich der Bremsweg des Fahrzeugs verlängert, Schnee und Glätte verstärken diesen Effekt. Es gibt verschiedene Quellen, die entsprechend längere Bremswege darstellen, allerdings gibt es hier keine einheitliche Formel. Die Umwelteinflüsse verändern den Bremsweg unterschiedlich und situationsabhängig. Die Beschaffenheit der Reifen hat natürlich ebenfalls Einfluss auf die Bremswege, weshalb die Mindestprofiltiefe vor allem in der kalten Jahreszeit enorm wichtig ist. 

Je nach Wetter, Sichtverhältnissen, Geschwindigkeit und Fahrzeugbeschaffenheit ist der Abstand zu anderen Fahrzeugen entsprechend anzupassen. Die Berechnungen der Brems- und Anhaltewege dienen in diesem Fall lediglich zu Darstellungszwecken, um die Relevanz die Abstände zu verdeutlichen. Autofahrer müssen selbst einschätzen, wie der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug in der jeweiligen Situation sein muss, um die Sicherheit aller gewährleisten zu können.

Kommentare

Es wurde noch kein Kommentar zu diesem Artikel hinterlassen. Seien Sie der Erste und regen Sie eine Diskussion an.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Nach oben