Betrug bei eBay Kleinanzeigen: Das können Geschädigte tun

Eine der beliebtesten Verkaufsplattformen ist eBay Kleinanzeigen. Wo Käufer auf Schnäppchenjagd sind, tummeln sich jedoch auch viele Betrüger. Wir erklären Ihnen, welche Betrugsfälle es gibt, was Sie tun können, um sich zu schützen und welche Möglichkeiten Sie als Betrugsopfer haben.

Betrug bei ebay Kleinanzeigen

Es gibt diverse Betrugsformen auf Onlineportalen wie eBay Kleinanzeigen. In den meisten Fällen ist das Opfer der Käufer, aber auch Verkäufer können auf Betrüger reinfallen. Grundsätzlich gilt: auch der Betrug über eBay ist nach §263 StGB strafbar.

Betrug durch Verkäufer

Die wohl häufigste Betrugsmasche durch den Verkäufer ist das Nichtversenden von bereits bezahlter Ware. Dabei überweist der Käufer den vereinbarten Betrag an den Verkäufer, dieser versendet die Ware jedoch auch nach Erhalt der Zahlung nicht. Meistens reagiert er auch nicht mehr auf weitere Kontaktversuche des Käufers. In diesem Fall ist die Rechtslage eindeutig, und Sie können Ihre Ansprüche auch gerichtlich geltend machen.

Tipp: Kommunizieren Sie immer nur über das offizielle Nachrichtenportal von eBay und sichern alle Konversationen, sodass Sie den verbindlichen Kauf nachweisen können.

Auch die klassische Täuschung findet sich in Verkaufsportalen häufig wieder. Dabei bietet der Verkäufer ein vermeintliches Produkt, oftmals zu einem attraktiven Angebot, auf beispielsweise eBay an. Der Kauf wird auf den ersten Blick auch reibungslos abgewickelt, doch bei Erhalt des Päckchens stellen Sie fest, dass es nur ein Foto enthält oder vielleicht sogar ganz leer ist. Im Inserat befindet sich in der Regel sogar gut versteckt ein Hinweis darauf. Dennoch müssen Sie diese Täuschung nicht hinnehmen und können nach §138 BGB dagegen vorgehen.

Einige Verkäufer bieten ihre Ware nur zum Kauf per Nachnahme an und begründen dies mit angeblicher höherer Sicherheit. Sollten Sie sich auf diese Kaufmethode einlassen, prüfen sie die Ware immer an der Tür bevor sie beim Zustelldienst bezahlen. Oftmals enthält das Paket nur Füllmaterial und Sie sollten die Annahme verweigern und das Paket zurückgehen lassen.

Bietet Ihnen ein Käufer die Zahlung per PayPal an, sollten Sie darauf achten, dass Sie die Zahlungsoption für „Waren und Dienstleistungen“ wählen. Betrüger geben sich Ihnen gegenüber besonders freundlich und vertrauensvoll, um Sie so dazu zu bringen, die Zahlungsoption „Freunde und Familie“ zu wählen, denn in diesem Fall steht Ihnen kein Käuferschutz zu! Als Begründung wird angeführt, dass man sich so die 1,9% Gebühr für den Käuferschutz sparen kann. Da diese aber immer der Verkäufer trägt, sollten Sie sich darauf nicht einlassen, denn meist hat dieser gar nicht vor Ihnen die Ware zu schicken. Der Käuferschutz von PayPal unterstützt Sie dabei, Ihr Geld zurückzubekommen, sollte der Verkäufer tatsächlich ein Betrüger sein und Ihnen die Ware nicht senden. 

Betrug durch Käufer

Nicht nur der Verkäufer kann betrügerische Absichten haben, auch der Käufer kann zum Betrüger werden.

Eine häufige Masche ist der sogenannte Abholtrick. Hierbei wird eine Zahlung via PayPal vereinbart, der Käufer sendet Ihnen auf die gewünschte Summe direkt. Anschließend informiert er Sie darüber, dass eine dritte Person in Form eines Freundes oder Angehörigen die Ware abholen wird, da er selbst angeblich verhindert ist. Sobald die Ware an die dritte Person übergeben wurde, macht der Käufer den PayPal Käuferschutz geltend mit der Begründung, dass Sie ihm die Ware nicht übergeben haben. Können Sie nun nicht beweisen, dass Sie nach Vereinbarung die Ware an besagten Dritten gegeben haben, haben sie nichts gegen den Betrüger in der Hand.

Eine weitere Masche bei Käufern ist der Dreiecksbetrug. Hierbei sieht der Betrüger Ihr Inserat eines Produkts bei eBay, dupliziert dieses und inseriert es ebenfalls. Anschließend kontaktiert er Sie als vermeintlicher Interessent für Ihr Produkt. Sobald sich ein Käufer auf die duplizierte Anzeige, die der Betrüger inseriert hat, meldet, gibt er diesem Ihre Bezahlinformationen weiter, um das Produkt zu kaufen. Die unwissende dritte Person zahlt Ihnen den Betrag, und Sie versenden nach Erhalt der Zahlung die Ware an die Adresse, die der Betrüger Ihnen genannt hat, ohne zu wissen, dass dieser nicht die zahlende Person war.

Die dritte Person wird Sie nun irgendwann auffordern die Ware zu versenden, zu diesem Zeitpunkt ist diese längst beim Betrüger angekommen. Erst dann wird der Betrug bemerkt, vom Betrüger fehlt bis dahin meist jede Spur. Je nachdem, welche Zahlungsart vereinbart wurde, gehen nun Sie oder die dritte Person leer aus. Hat diese Ihnen das Geld überwiesen und Sie können den Versand der Ware nachweisen, ist das Recht auf Ihrer Seite. Hat die Person via PayPal gezahlt, greift der Käuferschutz und es wird deutlich schwieriger, Ihnen die Ware oder das Geld zurückzuholen.  

So können Sie sich vor Betrugsmaschen schützen

Um gar nicht erst Opfer einer der genannten Maschen zu werden, gibt es ein paar Punkte, die Sie beachten sollten.

Am einfachsten ist es natürlich, wenn Ware und Geld immer nur persönlich übergeben werden. Da dies aber nicht immer möglich ist, achten Sie zum Beispiel darauf, einen Kauf bei PayPal immer mit Käuferschutz zu tätigen.

Außerdem sollten Sie vor einem Kauf immer mehrere Inserate ansehen und die Preise vergleichen. Ein auffallend günstiges Angebot könnte Hinweis auf einen Betrug sein. Auch Bewertungen der Käufer und die Mitgliedsdauer können Aufschluss darübers geben, jedoch kann an nahezu jeder Stelle getrickst werden.

Wichtig ist immer eine gewisse Vorsicht beim Kauf oder Verkauf walten zu lassen und Kommunikation sowie Kauf ausschließlich über die Plattform selbst laufen zu lassen.

Sollten Sie doch Opfer einer dieser Betrugsmaschen geworden sein, lohnt es sich in jedem Fall einen Anwalt einzuschalten, um weitere Schritte zu klären.

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