Pop-up-Radwege zu Zeiten von Corona

Zu Zeiten von Corona müssen wir neue Wege gehen - auch neue Radwege. Was hat es mit Pop-up-Radwegen auf sich?

Sicht von oben auf den Lenker eines Fahrrads mit der linken Hand des Fahrers. Im Hintergrund gelbe Markierung von Pop-up-Radwegen.

Die Idee, Pop-up-Radwege während der Corona-Pandemie auszuweisen, kam von der kolumbianischen Hauptstadt Bogotà. Hier wurden die Straßen generell sonntags für die Autofahrer gesperrt. Im Zuge der Pandemie wurden dann zusätzliche Fahrradstrecken während der Woche ausgewiesen.
Auch Deutschland hat sich dies zum Vorbild genommen und im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg am 25. März 2020 den ersten Pop-up-Radweg eingeweiht. Mittlerweile sind auch in vielen anderen deutschen Städten wie z.B. Düsseldorf, Hamburg, Leipzig, Nürnberg, Stuttgart und auch München viele Kilometer neuer Radwege entstanden.

Was sind Pop-up-Radwege?

Bei Pop-up-Radwegen handelt es sich um kurzzeitig ausgewiesene Radwege, die nur für eine Übergangszeit z.B. während der COVID-19-Pandemie, gelten. Für diese werden meist an stark befahrenen Straßen die Parkstreifen, Teile der Fahrspur oder ein kompletter Fahrstreifen für die Fahrradfahrer abgesperrt. Man erkennt sie an den gelben Kennzeichnungen und/oder den gut sichtbaren Warnbaken.

Welchen Nutzen haben Pop-up-Radwege?

Die Zeitspanne für die Planung und Umsetzung normaler Radwege liegt meist bei einigen Jahren. Pop-up-Radwege können dagegen bereits relativ kurzfristig entstehen, obwohl die bürokratischen Vorgehensweisen sich ähneln. Bei der Planung muss die Auswirkung auf den Auto- und Busverkehr genauso berücksichtigt werden wie die Sicherheit der Radfahrer. Die straßenverkehrsbehördliche Anordnung ist für alle Bau-/Erstellungsvorhaben Voraussetzung.

Bei der Planung werden natürlich auch die Kosten berücksichtigt. Diese sind für Pop-up-Radwege im Vergleich zum Bau von offiziellen Radwegen um ein Vielfaches niedriger.

Hintergrund für die Einführung von Pop-up-Radwegen ist es, die öffentlichen Verkehrsmittel während der Corona-Zeit zu entlasten und auch bereits bestehende Radwege zu verbreitern, um den notwendigen Sicherheitsabstand zu gewährleisten. Ein weiterer Vorteil ist, dass die körperliche Bewegung gefördert und das Immunsystem gestärkt wird.

Negative Folgen der Pop-up-Radwege …

Natürlich bringen die Pop-up-Radwege auch Nachteile. Durch die Reduzierung der Fahrspuren ergeben sich in den Innstädten gerade zu den Stoßzeiten mehr Staus und längere Fahrzeiten für die Autofahrer. Auch die erhoffte Verminderung des CO2-Ausstoßes wird durch den Stop-und Go-Verkehr vermutlich nicht so niedrig ausfallen wie gedacht.

Langfristiger Erfolg?

Diese neu entstandenen Fahrradwege sollten erst einmal nur bis Oktober 2020 eingeführt werden. Die Hoffnung der Radfahrer ist natürlich, dass diese kurzzeitig eingeführten Radwege auch langfristig bestehen bleiben. Dies wird wohl in den nächsten Monaten weiterhin für Debatten sorgen.

Laut Umfragen des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur gibt es in den meisten deutschen Haushalten mindestens ein Fahrrad. Die Nutzung ist zu Beginn der Pandemie gestiegen. Viele haben die Hoffnung, dass sich durch die Pop-up-Radwege auch eine Verkehrswende ergibt d. h. weniger CO2-Emissionen, die Verlagerung des Verkehrs und Nutzung nachhaltiger Transportmittel. Hierzu ist natürlich auch ein Umdenken in der Politik notwendig und die gleichzeitige Erhöhung des Etats zum Ausbau des Radnetzes. Als positives Zeichen kann man natürlich die Zusage des Bundesverkehrsministeriums sehen, das den Städten und Kommunen für die nächsten Jahre Zuschüsse für den Ausbau der Radwege zusichert.

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