Sicheres Fahren bei Eis und Schnee im Winter

Wir verraten Ihnen, wie Sie am Besten mit Eis und Schneeglätte umgehen und Ihr Fahrzeug vor der kalten Witterung schützen.

Frau in Winterkleidung sitzt bei offener Tür auf dem Fahrersitz eines Autos und telefoniert. Das Auto ist mit Schnee bedeckt und es schneit.

Neben der Winterreifenpflicht gelten in Deutschland noch andere Vorschriften, wenn es um die kalte Jahreszeit geht. Wenn beispielsweise heftiger Schneefall wie Nebel für eingeschränkte Sicht sorgt, gilt: bei weniger als 50 m Sicht = Höchstgeschwindigkeit 50 km/h.
Was Sie im Winter sonst noch beachten sollten, erfahren Sie hier.

Vereiste Scheiben müssen nicht sein

Wussten Sie, dass häufiges Enteisen mit dem Eiskratzer langfristig die Autoscheiben verkratzen kann? Im Eis befinden sich nämlich häufig feine Staub- oder Sandpartikel, die durch den Druck beim Kratzen die Scheiben beschädigen können. Um sich morgens Ärger und auch Zeit zu sparen, sollten sie die Scheiben abens abdecken – mit einer handelsüblichen Alu-Abdeckung für die Winschutzscheibe, großen Kartons oder am besten mit einer vollständigen Schutzhülle für das ganze Auto.
Wenn Sie das Abdecken einmal vergessen, hilft zur Not auch Enteiser-Spray. Dieses ist sehr wirkungsvoll, aber durch die chemische Zusammenetzung nicht gerade umweltfreundlich. Verwenden sie es auf keinen Fall im Innenraum, es kann gesundheitsschädlich sein!
Egal, welche Variante sie bevorzugen, beachten Sie, dass sämtliche Scheiben bei Fahrtantritt vollständig frei sein müssen, sonst droht ein Bußgeld!

Freie Sicht auch von Innen

Um Feuchtigkeit im Innenraum vorzubeugen, sollten Sie Ihr Auto regelmäßig durchlüften und z.B. nasse Fußmatten zum Trocknen herausnehmen. Auch ein Luftentfeuchter-Säckchen kann helfen. Diese gibt es im Handel – oder do-it-yourself mit Reis, Salz oder Katzenstreu.
Sind die Scheiben trotzdem angelaufen, wischen Sie diese ab besten mit einem Schwamm aus Leder oder Mikrofaser trocken – mit dünnen Tüchern oder gar mit der Hand entstehen beim Trocknen Schlieren, die Ihre Sicht beeinträchtigen können. Anstatt das Heizungsgebläse sofort aufzudrehen, schalten Sie lieber kurz die Klimaanlage ein – diese reduziert die Luftfeuchtigkeit im Wagen.
Im schlimmsten Fall können die Scheiben auch von Innen gefrieren! Wischen Sie die geschmolzene Flüssigkeit nach dem Enteisen sofort weg, sonst gefriert der Innenraum am nächsten Tag erneut.

Schneefall und Blitzeis – was ist zu tun?

Bei anhaltendem, dichtem Schneefall kann nicht überall sofort geräumt werden, daher sammelt der Schnee sich auf den Straßen an. Der Bremsweg verlängert sich unwillkürlich bei glatter Fahrbahn. Sie sollten daher langsam fahren, beide Hände am Lenkrad lassen und gebührenden Abstand zum Vordermann halten. Bremsen Sie vorsichtig und testen Sie, ob sich das Fahrzeug noch kontrollieren lässt. Nicht ruckartig lenken.
Bei Schneeglätte empfiehlt es sich, im zweiten Gang anzufahren, damit die Reifen nicht so leicht durchdrehen. Es ist grundsätzlich leichter, bei Glätte in einem höheren Gang zu fahren. Bei Blitzeis sollten Sie das Auto besser stehen lassen, da die Fahrbahn so gut wie keine mehr Haftung bietet.

Das Auto vor Streusalz schützen

Streusalz kann die Karosserie langfristig schädigen. Beseitigen Sie möglichst vor dem Winter die Dellen und Kratzer im Lack, denn das Salz haftet an bereits beschädigten Stellen besonders gut. Dies kann schnell zu Rost führen.
Zudem sollten Sie den Unterboden kontrollieren und vor der kalten Jahreszeit noch einmal reinigen. Das Auto vor dem Winter zu wachsen kann ebenfalls vor Salz und kleineren Schäden z.B. durch hochgeschleuderte Steine schützen.

Schneehaube verboten

Ist ihr Kennzeichen zugeschneit, müssen Sie in Deutschland mit einem Bußgeld rechnen. Wenn Sie Ihr Autodach nicht von Schnee befreien, fällt dieses sogar noch höher aus.
Eine Schneehaube auf dem Dach ist gefährlich. Beim Bremsen kann der Schnee wie ein einziger Block auf die eigene Frontscheibe rutschen und von einer Sekunde auf die andere Ihre Sicht versperren. Während der Fahrt können sich einzelne Brocken lösen und bei hoher Geschwindigkeit zu Geschossen für andere Verkehrsteilnehmer werden.
Sorgen Sie daher vor Fahrtantritt unbedingt dafür, dass Ihr Wagen vollständig von Schnee befreit ist.

Wie fahre ich den Motor warm?

Nach dem Kaltstart am Morgen direkt Vollgas zu geben, kann den Motor auf lange Zeit beschädigen. Zudem ist das Motoröl bei Kälte viel zähflüssiger und lässt sich nicht so leicht zu den Stellen pumpen, wo es benötigt wird. Es kann bis zu 20 Kilometer dauern, bis das Öl die optimale Temperatur erreicht.
Den Motor vor dem Losfahren warmlaufen zu lassen, ist verboten und wird mit einem Bußgeld geahndet – Sie schaden damit der Umwelt und machen sich auch in der Nachbarschaft keine Freunde durch die morgendliche Lärmbelästigung. Aber wie können Sie Ihr Fahrzeug morgens am besten aufwecken?

Schalten Sie nach dem Start lediglich für ein paar Sekunden in den Leerlauf – dann wie gewohnt losfahren. Auf den ersten Kilometern sollten Sie nicht gleich 100 km/h fahren.Warten Sie idealerweise so lange, bis zumindest die Kühlwassertemperatur 80° oder 90° Celsius erreicht hat.

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