Betrunken auf dem Fahrrad: Folgen?

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Fahrradfahren hat im Sommer und Frühherbst Hochkonjunktur. Wenn das Wetter gut ist, radeln die Deutschen um die Wette. Und wohin? In den Biergarten oder zu einer Gaststätte, wo es nicht nur etwas Leckeres zu essen, sondern auch jede Menge erfrischende Getränke gibt. Auf dem Rückweg werden auch Radler dann nicht selten von einer Polizeikontrolle überrascht und zum Alkoholtest gebeten.

Was kann dann passieren? Wie viel Alkohol ist beim Radeln erlaubt und welche Folgen hat es, wenn man betrunken auf dem Fahrrad erwischt wird, z. B. auf dem Heimweg von einem Volksfest wie dem Oktoberfest, einem Weinfest oder auf dem Heimweg von einem Schützenfest?

Ein Bier ist beim Fahrradfahren kein Problem

Fahrradfahrer, die lediglich ein bis zwei Bier trinken, haben meist nichts zu befürchten. Ein absolutes Alkoholverbot gibt es für Fahrradfahrer nämlich nicht. Selbst wenn man die Promillegrenze für Autofahrer von 0,5 Promille überschreitet, muss man nicht um seinen Führerschein zittern.

Solange man keine Schlangenlinien fährt und in der Lage ist, ohne Probleme sein Rad zu manövrieren, geht man regelmäßig straffrei aus, wenn der Promillewert unter 1,6 liegt. Ab 1,6 Promille gehen die deutschen Gerichte allerdings immer von einer absoluten Fahruntüchtigkeit aus – auch bei Fahrradfahrern! Dann ist auch egal, ob Sie das Gegenteil beweisen können, weil Sie immer noch fest im Sattel sitzen und vermeintlich alles im Griff haben.

Völlig betrunken kann die Fahrradtour den Führerschein kosten

Ist jemand in absolut fahruntüchtigem Zustand auf dem Fahrrad unterwegs, kann das verkehrsrechtlich verschiedene Folgen haben.

Je nachdem, wie hoch der Promillewert ist und was sonst noch hinzukommt, z. B. Ausfallerscheinungen wie Schwanken oder das Verursachen eines Unfalls, droht dem betrunkenen Fahrradfahrer typischerweise

  • ein Bußgeld,
  • bis zu drei Punkte in Flensburg oder sogar
  • die Anordnung einer MPU (Medizinisch-Psychologische-Untersuchung zur Fahrtauglichkeit).

Besteht man die MPU nicht, kann man dann sogar den KfZ-Führerschein verlieren, obwohl man „nur“ auf dem Fahrrad betrunken gefahren ist.

Kein Führerschein? Fahrverbot fürs Fahrrad!

Fahrradfahrer, die keinen Kfz-Führerschein besitzen, können genauso hart verkehrsrechtlich bestraft werden wie Autofahrer. Es erwarten sie die gleichen Konsequenzen: Bußgeld, Punkte und MPU. Der einzige Unterschied ist, dass bei einer nicht bestandenen oder verweigerten MPU kein Führerscheinentzug folgt, da man ja keinen Führerschein hat. Statt einen Führerschein einzuziehen, können Behörden trotzdem reagieren: Behörden können dann für Fahrradfahrer ohne Kfz-Führerschein ein Fahrverbot für das Fahrradfahren verhängen!

Betrunken auf dem Fahrrad & Unfall: Strafrechtliche Folgen möglich!

Glücklicherweise gehen die meisten Fahrradfahrten unter Alkoholeinfluss, zumindest für Dritte, glimpflich aus. Die Gefahr, sich selbst zu verletzen, ist nämlich grundsätzlich höher, als dass andere verletzt werden.

Verursacht man allerdings einen Unfall im Straßenverkehr, weil man betrunken Fahrrad gefahren ist, hat man sich auch strafrechtlich zu verantworten. Ab einem Wert von 0,3 Promille kann das bereits zu einer Verurteilung wegen Trunkenheit im Straßenverkehr führen.

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