Darf man barfuß Auto fahren?

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Ob im Sommer mit Flipflops und Birkenstocksandalen oder bei langen Autofahrten in Socken oder barfuß: Manchmal lieben wir es eher luftig an den Füßen. Doch was passiert, wenn man dabei von der Polizei erwischt wird? Verstößt man gegen Verkehrsrecht? Gibt es ein Bußgeld für barfuß Auto fahren?

Das Verkehrsrecht gibt dem Barfußfahrern freie Fahrt

Eine Regelung dazu, ob und welche Schuhe beim Autofahren zu tragen sind, gibt es nicht. Birkenstocksandalen, Flipflops und High Heels: Das bloße Fahren ohne geeignetes Schuhwerk ist nach den Vorschriften des Straßenverkehrsrechts nicht mit Bußgeld sanktioniert.

Das entschied zum Beispiel das Oberlandesgericht Celle bei einem LKW-Fahrer, der in Birkenstocksandalen unterwegs war (OLG Celle, 13.03.2007, Az.: 322 Ss 46/07). Das Oberlandesgericht Bamberg äußerte sich dazu gleich in mehreren Entscheidungen. Zwar sei es nicht empfehlenswert, barfuß oder ohne feste Schuhe Auto zu fahren, aber verboten ist es nicht.

Zum Autofahren in Socken äußerte sich OLG Bamberg so z. B. im Beschluss vom 15.11.2006 unter dem Aktenzeichen 2 Ss OWi 577/06, zum Barfuß-Autofahren im Beschluss vom 11.01.2007 unter dem Aktenzeichen 3 Ss OWi 1796/06 und zu Sandalen statt fester Schuhe beim Autofahren im Beschluss vom 04.04.2007 unter dem Aktenzeichen 3 Ss OWi 338/2007.

Aber Achtung: Bei einem Unfall kann barfuß Auto fahren teuer werden

Eine Pflicht zum Tragen von festem Schuhwerk gibt es also nicht. Aber nach § 1 Abs. 2 StVO hat jeder Autofahrer darauf zu achten, dass kein anderer Verkehrsteilnehmer durch ein vermeidbares Verhalten geschädigt oder gefährdet wird.

Ohne feste Schuhe besteht allerdings ein hohes Risiko, dass man die Pedale im Falle einer Notbremsung nicht richtig erwischt oder abrutscht. Verursacht man deshalb einen Unfall und verletzt dabei jemanden, liegt ein Verstoß gegen § 1 Abs. 2 StVO vor. Für den Fahrer kann das bußgeldrechtliche und sogar strafrechtliche Folgen haben. Bei Berufsfahrern droht sogar ein Haftungsverlust der Unfallversicherung, da durch das Barfuß-Autofahren bei beruflichen Fahrten ein Verstoß gegen § 44 Abs. 2 der Unfallverhütungsvorschrift „Fahrzeuge“ (BGV D29) vorliegen kann. Danach muss ein Fahrzeugführer zum sicheren Führen des Fahrzeugs ein, den Fuß umschließendes, Schuhwerk tragen.

Barfuß Auto fahren ist nicht verboten …

… im Fall des Unfalles aber sorgfaltswidriges Verhalten. Solange nichts passiert, kräht kein Hahn nach dem Schuhwerk des Autofahrers. Kommt es allerdings zu einem Unfall, heißt es: Verletzung der Sorgfaltspflicht und sogar Bußgeld.

Denn barfuß, mit Socken oder luftigen Sandalen hinter dem Steuer – das verträgt sich nicht mit dem Verhalten eines pflichtbewussten, sorgfältigen Autofahrers. Zur eigenen Sicherheit und zur Sicherheit aller anderen Verkehrsteilnehmer sollte man deshalb immer ordentliches Schuhwerk beim Autofahren tragen.

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