Wie die Corona-Krise unsere Umwelt beeinflusst

Leere Flughäfen und Straßen, Homeoffice und Lockdowns: Entlastet Covid19 nachhaltig unsere Umwelt?

Mädchen mit Mundschutz hält einen Globus in den Händen

Während des Lockdowns durch die Corona Pandemie kam das öffentliche Leben weltweit zum Stillstand. Dass weniger Straßen- und Flugverkehr eine Reduzierung von Emissionen bedeuten, und das wiederum eine Verringerung von Schadstoffen zufolge hat, ist bekannt. Die Frage, die bleibt ist: Entlastet Covid19 nachhaltig unsere Umwelt?

Seit das Corona Virus im März 2020 in vielen Ländern für einen Lockdown gesorgt hat, hat sich unser Alltag stark verändert. Auch jetzt, sieben Monate später, gelten weiterhin Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen sowie Maskenpflichten und Reisewarnungen. Auch wenn das öffentliche Leben wieder hochgefahren ist, ist Normalität noch nicht in Sicht.

Arbeiten im Homeoffice

Viele Unternehmen lassen ihre Mitarbeiter nach wie vor im Homeoffice arbeiten, um die Arbeitsplätze zu entzerren und so das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Wer kann, arbeitet also von zuhause aus und spart sich somit auch den Weg mit dem Auto zum Büro. In diesem Zuge wird auch auf virtuelle Besprechungen zurückgegriffen, auch die Geschäftsreisen werden auf ein Minimum reduziert. Dadurch wird der Straßenverkehr deutlich entlastet und das Stauaufkommen verringert, was zwangsläufig zu weniger Treibhausgas-Emissionen führt. Im Gegenzug wird allerdings mehr Strom in privaten Haushalten benötigt, um die elektronischen Arbeitsgeräte zuhause zu nutzen und zu heizen.

Verbesserte Luftqualität durch weniger Straßenverkehr

Durch den reduzierten Straßenverkehr und die dadurch verringerte Schadstoffbelastung verbessert sich innerhalb kürzester Zeit die Luftqualität. Vergleicht man beispielsweise Satellitenbilder der Millionenmetropole Wuhan vor und während der Corona Pandemie wird deutlich, wie schnell hier Verbesserungen zu sehen sind, wenn weniger Autos auf den Straßen unterwegs sind. Hier muss allerdings gesagt werden, dass neben den Emissionen aus Verkehr, Industrie und Energieerzeugung auch der nicht unerhebliche Einfluss des Wetters beachtet werden muss. So sorgt beispielsweise eine austauscharme Wetterlage für eine erhöhte Schadstoffkonzentration, wohingegen starker Wind die Schadstoffe schnell verteilt und somit das Gegenteil bewirkt. Natürliche, kurzfristige Schwankungen sind die Folge. Dennoch wirkt sich der reduzierte Verkehr zweifelsohne positiv auf unsere Umwelt aus. Für eine exakte Berechnung der Verbesserung müssen jedoch die genannten Einflüsse berücksichtigt werden.

Weniger Urlaubsreisen, mehr Urlaub daheim

Aufgrund der immer wieder steigenden Infektionszahlen wurden Länder oder Regionen zu Risikogebieten ernannt. In diesem Zusammenhang kam es zu Reisewarnungen, der Tourismus wurde stark eingeschränkt. Die Folge sind nicht nur weniger Autos auf den Straßen, sondern auch weniger Flugzeuge in der Luft. Während für manche Länder eine zweiwöchige Quarantänepflicht für Urlauber nach der Rückkehr verhängt wurde, sind viele Maschinen gar nicht erst gestartet. Zum einen hat natürlich auch das einen positiven Effekt auf die Luftqualität, zum anderen hat der Fluglärm enorm abgenommen. Während einige Urlauber freiwillig aus Angst vor Ansteckung auf ihren Urlaub verzichtet haben, war es bei vielen Betroffenen eher gezwungenermaßen. Neben Reisewarnungen waren es auch die Kontaktbeschränkungen, Alkoholverbote und die Regelungen der Urlaubsregion, die Vielen einen Strich durch die Rechnung gemacht und kurzerhand für Urlaub daheim gesorgt haben. Wo sonst in den Sommermonaten am Ballermann auf Mallorca dicht an dicht feierwütige Gäste zu finden waren, waren dieses Jahr Bilder von leergefegten Straßen zu sehen. Was für Saisonarbeiter und Betreiber eine wirtschaftliche Krise bedeutete, gab vielen Bereichen unserer Umwelt die Chance zur Erholung.

Verschiebung des Erdüberlastungstages um drei Wochen

Durch den verringerten Verkehr, Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen ist der ökologische Fußabdruck weltweit geschrumpft. Der Erdüberlastungstag bezeichnet den Tag, an dem weltweit alle erneuerbaren Ressourcen der Erde für das jeweilige Jahr aufgebraucht sind. Ab diesem Zeitpunkt wird „auf Pump“ gelebt. Dieses Jahr ist besagter Tag drei Wochen später – eine Verbesserung, die es seit Jahren nicht gab.

Fazit

Viele der beobachteten Veränderungen lassen sich auf das Corona Virus zurückführen. In vielen Bereichen hat die Pandemie auch zu einem Umdenken geführt und die Digitalisierung vorangetrieben. Homeoffice und virtuelle Meetings werden auch in Zukunft bestehen bleiben. Für die Umwelt werden die meisten positiven Effekte allerdings vermutlich nur von kurzer Dauer sein. Wenn die Wirtschaft nach der Krise wieder ihren gewohnten Gang geht und der Verkehr zunimmt, werden auch die Emissionen wieder steigen. Beliebte Urlaubsregionen werden auch weiterhin in der Hauptsaison überlaufen sein und Staus auf den Straßen entstehen. Langfristige Verbesserungen könne nur durch eine gezielte Klima- und Umweltpolitik erreicht werden.

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