Flüssigkeiten im Auto: Welche es gibt und was Sie beachten müssen

Um eine sichere Fahrt zu garantieren, ist es wichtig, alle Flüssigkeiten im Auto in regelmäßigen Abständen zu kontrollieren.

Zwei Hände, die mit einem Lappen bei offener Motorhaube die Flüssigkeiten im Auto prüfen.

Ob Kühlflüssigkeit, Motoröl, Bremsflüssigkeit oder Wischwasser – jede einzelne erfüllt eine wichtige Aufgabe im Betrieb des Autos. Daher sollten Autofahrer die wichtigsten Flüssigkeiten im Auto regelmäßig kontrollieren und bei Bedarf nachfüllen oder wechseln lassen. Welche Flüssigkeiten es im Auto gibt und worauf Sie dabei achten sollten, erfahren Sie in diesem Überblick.

Flüssigkeiten im Auto für die Kühlanlage

Eine behandschuhte Hand füllt bei offener Motorhaube Flüssigkeiten im Auto nach.

Die Flüssigkeit für die Kühlanlage sorgt dafür, dass der Motor des PKWs nicht überhitzt. Dafür benötigt sie Kühlflüssigkeit, ein Gemisch aus Wasser, dem Frostschutzmittel Monoethylenglykol und weiteren Zusätzen, die beispielsweise Rost vorbeugen.  In modernen Fahrzeugen ist die Kühlanlage nahezu wartungsfrei, jedoch kann es immer zu Schäden an den Schläuchen oder der Pumpe kommen, wodurch ein Teil der Kühlflüssigkeit verloren geht.

Daher sollten Sie den Füllstand regelmäßig kontrollieren. Sowohl die Kontrolle als auch das Nachfüllen – falls nötig – sollten ausschließlich  bei kaltem Motor erfolgen, da bei einem warm gelaufenen Motor Verbrühungsgefahr besteht. Im Motorraum befindet sich ein meist weißer oder transparenter Behälter, der mit dem entsprechenden Warnsymbol für die Verbrühungsgefahr gekennzeichnet ist. An der Seite des Behälters kann der Füllstand abgelesen werden, wie bei allen Flüssigkeiten sollte er zwischen min und max stehen. Bei zu hohem Füllstand sollten Sie eine Werkstatt aufsuchen, bei zu niedrigem Stand gibt es vermutlich eine undichte Stelle, die ebenfalls in der Werkstatt gefunden werden kann. Aufgrund der hohen Verletzungsgefahr empfiehlt es sich für Laien grundsätzlich, eine Werkstatt aufzusuchen. Wer selbst Flüssigkeiten im Auto nachfüllen möchte, muss stets auf das richtige Mischverhältnis achten. Dieses gibt der Hersteller vor und sollte nicht verändert werden.

Mixtur für die Scheibenwischanlage

Ansicht des Motorrads mit dem blauen Deckel der Wischwasser Flüssigkeit im Auto.

Im Motorraum befindet sich zudem auch der Behälter für das Wischwasser, meist mit dem Symbol eines Scheibenwischers mit Spritzwasser gekennzeichnet. Die Flüssigkeit kann einfach selbst nachgefüllt werden. Dafür müssen Sie lediglich den Deckel des Behälters entfernen und die Flüssigkeit einfüllen.


Für den Winter benötigt das Wischwasser zudem einen Frostschutz, damit Leitungen und Düsen nicht einfrieren. Das Wischwasser erhält man an Tankstellen, in Baumärkten oder bei Autofachhändlern, es gibt Konzentrate, die man selbst mit Wasser mischt, oder aber auch bereits fertige Mischungen.

Nicht nur die Kühl- und Wischflüssigkeit müssen Sie regelmäßig kontrollieren, sondern auch die Bremsflüssigkeit und das Motoröl.

Flüssigkeiten im Auto für die Bremsen

Warnsymbol der Bremse leuchtet auf dem Tacho auf.

Die Bremsflüssigkeit ist essenziell für eine sichere Fahrt, denn sie regelt Bremsdruck. Wenn die Flüssigkeit zu alt oder zu niedrig ist, kann die Bremse nur eingeschränkt oder gar nicht funktionieren, wodurch schwere Unfälle entstehen können. Daher ist sie regelmäßig zu kontrollieren und zu wechseln. Die Flüssigkeit kann über den Ausgleichsbehälter am Bremskraftverstärker unter der Motorhaube nachgefüllt werden, allerdings empfiehlt sich auch hier der Weg in die Werkstatt.

Bei einer Inspektion oder Wartung wird die Bremsflüssigkeit überprüft und ggf. getauscht. Allerdings können Autofahrer hin und wieder den Stand der Flüssigkeit am Ausgleichsbehälter ablesen, um einen zu niedrigen Stand auszuschließen. Spätestens alle zwei Jahre sollte ein Fachmann die Flüssigkeit tauschen. Leuchtet im Armaturenbrett das rote Symbol eines Ausrufezeichens im Kreis, ist zudem Vorsicht geboten: entweder ist die Handbremse noch angezogen, oder es besteht ein Problem mit der Bremse. In diesem Fall sollte die Fahrt unterbrochen werden. Das Betriebshandbuch des PKWs erklärt alle Symbole und erläutert den Handlungsbedarf.  

Flüssigkeiten für den Motor

Mit einem blauen Kanister werden Flüssigkeiten im Auto aufgefüllt.

Das Motoröl ist eine der wichtigsten Flüssigkeiten im Auto, denn es schmiert alle mechanischen Teile im Motor. Es sorgt dafür, dass diese Teile ausreichend geschmiert sind und so keinen Schaden nehmen. Den Füllstand des Motoröls sollten Sie daher stets kontrollieren.


Bei den meisten Fahrzeugen lässt sich der Ölstand über einen herausnehmbaren Messstab im Motorraum kontrollieren, in einigen Modellen wird er aber über den Bordcomputer gecheckt. Im Handbuch des Fahrzeugs steht, wie der Ölstand zu prüfen ist. In beiden Fällen ist ein betriebswarmer Motor wichtig, außerdem sollte das Fahrzeug auf einem ebenen Untergrund stehen. Im Motorraum befindet sich ein Deckel, auf dem eine Ölkanne abgebildet ist. Diesen Deckel müssen Sie entfernen und das Motoröl bei zu geringem Ölstand nachfüllen. Es empfiehlt sich, zuerst nur wenig Öl einzufüllen und den Stand nochmals zu kontrollieren, bei Bedarf kann dann noch mehr Öl eingefüllt werden.

Um den Motor bestmöglich zu schützen, sollten Sie das Öl zusätzlich regelmäßig wechseln lassen. Wie häufig ein Wechsel notwendig ist, steht in der Betriebsanleitung des Fahrzeugs. Der Ölwechsel zuhause empfiehlt sich aufgrund des Aufwands und des benötigen Materials nicht. In einer professionellen Werkstatt wird das Öl ordnungsgemäß gewechselt, ein neuer Filter verbaut und das Altöl entsorgt.

Flüssigkeiten im Auto für die Kupplung

Bei Fahrzeugen mit einer hydraulischen Kupplung sollten Sie auch die Kupplungsflüssigkeit hin und wieder prüfen. Sie ist identisch mit der Bremsflüssigkeit, weshalb die meisten Werkstätten beide gemeinsam alle zwei Jahre wechseln. Dafür befindet sich im Motorraum ein Behälter für die Kupplungsflüssigkeit, meistens direkt neben den Bremszylindern. Wie bei anderen Flüssigkeiten im Auto auch, sollte der Stand zwischen der min- und max-Markierung liegen. Ist der Stand zu niedrig, muss Flüssigkeit nachgefüllt werden. Dafür wird die Bremsflüssigkeit verwendet, in jedem Fall sollte nur die DOT-spezifische Flüssigkeit verwendet werden, die das Handbuch des Fahrzeugs nennt.

Lösung für die Servolenkung

Die Servolenkung sorgt dafür, dass die Lenkung im Fahrzeug schneller reagieren kann und der Fahrer weniger Kraft aufbringen muss. Fällt sie aus, ist die Lenkung deutlich schwerfälliger und benötigt mehr Kraft. Der Ausfall kann unter anderem durch zu niedrigen Füllstand beim Servo-Öl entstehen. Den Stand können Sie im Motorraum am Vorratsbehälter ablesen, er befindet sich meist in der Nähe der Servolenkungsriemen und ist entsprechend gekennzeichnet. Auch das Handbuch des Fahrzeugs kann Aufschluss darüber geben, wo sich der Behälter befindet.  Je nach Fahrzeug gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Stand abzulesen, in jedem Fall ist die entsprechende Methode im Fahrzeughandbuch zu finden. Wenn das Nachfüllen nicht ausreicht, um die volle Funktionsfähigkeit der Servolenkung wieder herzustellen, muss das Öl hin und wieder auch gewechselt werden. Dazu sollten Sie in jedem Fall einen Fachmann aufsuchen, da das Altöl als Gefahrenstoff gilt und manchmal auch weitere Reparaturen an der Servolenkung nötig sind.

Flüssigkeiten für das Getriebe

Im Gegensatz zum Motoröl, gibt es beim Getriebeöl meist keinen vorgeschriebenen Wechsel. Der Hersteller schreibt nur selten einen Wechsel vor, da das Öl für die gesamte Lebensdauer des Getriebes gedacht ist. Jedoch altert auch dieses Öl und verschmutzt durch Abrieb. Um einen Schaden am Getriebe zu vermeiden, sollten Sie daher auch dieses Öl prüfen und bei Bedarf wechseln lassen. Ein Wechsel kann sowohl nach einer bestimmten Kilometeranzahl als auch nach Ablauf einiger Jahre angesetzt werden. Beim Service eines Fahrzeugs können Sie in der Werkstatt auch gezielt nach dem Getriebeöl-Wechsel fragen. Den Wechsel sollten Laien nicht selbst durchführen, hier ist der Gang zum Fachmann sinnvoll. Bei Schaltgetriebe reicht meist der Wechsel des Öls, bei Automatikgetriebe wird oft noch eine Spülung durchgeführt, da nur so die Reste des Altöls entfernt werden können.

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