Maut in Deutschland und Europa

In Deutschland gibt es nur eine Maut für LKW. Doch in vielen Nachbarländern werden Sie auch als PKW-Fahrer bezahlen.

Maut

Da die PKW-Maut 2019 in Deutschland gescheitert ist, müssen Sie hierzulande auch weiterhin als Autofahrer keine Maut für die Benutzung der Autobahnen bezahlen. In vielen Nachbarländern, wie z. B. Österreich und Italien, benötigen Sie dagegen, um die Autobahnen befahren zu dürfen eine Vignette oder müssen eine Mautstation passieren. Diese können Sie vor dem Urlaub in Deutschland in den ADAC-Shops, an allen Tankstellen in der Nähe von Mautstationen oder an den Mautstationen selbst kaufen.

Wer zahlt in Deutschland Maut?

Maut für LKW
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In Deutschland Zahlen nur LKW Maut.

Seit dem 01. Juli 2018 sind Autobahnen und Bundesstraßen für LKW-Fahrer mautpflichtig. Um die Bezahlung der Maut zu überprüfen, wurden an bestimmten Punkten im Straßennetz Kontrollsäulen aufgestellt. Bezahlen können Sie die Mautgebühr über die Toll Collect App, eine Onbord Unit oder online. Die Onbord Unit selbst kostet den Fahrer bzw. dessen Arbeitgeber kein Geld. Er muss lediglich den Einbau durch einen Fachmann bezahlen. Ist der LKW elektrisch betrieben, ist keine Maut zu entrichten und wenn dieser mit Erdgas betrieben wird, entfällt im Zeitraum vom 01. Januar 2019 bis 31. Dezember 2020 die Gebühr. Die Maut berechnet sich nach der Gewichtsklasse. LKW unter 7,5 Tonnen zahlen auch keine Maut.

Warum gibt es keine PKW-Maut in Deutschland?

Mit dem Urteil des EUGH vom 18. Juni 2019 war die PKW-Maut so, wie sie seit 2015 von Verkehrsminister Andreas Scheuer geplant worden war, abgelehnt worden. Begründung war, dass die ausländischen Mautzahler diskriminiert würden, weil die deutschen Mautzahler ihre Maut über die Kraftfahrzeugsteuer zurückerstattet bekommen sollten. Die Entlastung der deutschen Autofahrer von der Maut hätte gleichzeitig die alleinige Belastung der ausländischen Fahrer zur Folge gehabt. Eingereicht wurde die Klage von Deutschlands Nachbarland Österreich, das Unterstützung durch die Niederlande fand. Deutschland wurde während des Prozesses durch Dänemark unterstützt. Das Urteil kam in dem Sinne überraschend, als dass der Verkehrsminister immer wieder die Regelkonformität der von ihm geplanten Maut betonte.

Wer zahlt in unseren Nachbarländern Maut?

In den meisten europäischen Ländern gibt es eine PKW- und LKW-Maut für Bundesstraßen und Autobahnen. Hierzu hat jedes Land seine eigenen Regelungen und Gebührenordnungen.

Mautpflicht für Autos in den Nachbarländern

Wenn Sie bestimmte Autobahnen und Schnellstraßen benutzen, müssen Sie in folgenden Ländern rund um Deutschland Mautgebühren entrichten: Spanien, Frankreich, Italien, Griechenland, Türkei, Mazedonien, Serbien, Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Polen, Weißrussland, Norwegen, Großbritannien und Irland. Die Gebühren gelten nicht zwingend für das gesamte Straßennetz. Bezahlen können Sie nur beim Ein- oder Ausfahren an der Mautstation.

Andere Länder haben nur bzw. zusätzlich eine Sondermaut für das Benutzen von Brücken, Tunneln und Pässen verhängt: Schweden, Dänemark, Italien, Frankreich, die Schweiz und Österreich. Die Gebühren reichen von 5,50 Euro bis 44,40 Euro.

Vignettenpflicht für Autos in den Nachbarländern

Acht weitere Länder haben eine Vignettenpflicht für Autofahrer vorgeschrieben, die auf den Schnellstraßen und Autobahnen gilt. Es handelt sich um Bulgarien, Österreich, Rumänien, die Schweiz, die Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn. Die Vignetten haben unterschiedliche Gültigkeitsdauern von sieben bzw. zehn Tagen über einen Monat bis zu einem Jahr.

Achtung! Wenn Sie absichtlich oder versehentlich eine vignettenpflichtige Straße ohne Vignette befahren und kontrolliert werden, kostet Sie dies einen Betrag zwischen 50 und 800 Euro. Dieser mindert sich z. B. in Slowenien auf 150 Euro, wenn Sie vor Ort bar bezahlen können.

In Österreich gibt es mittlerweile auch eine digitale Vignette. Wenn sie online bestellt wird, ist sie aber erst 18 Tage nach dem Kaufdatum gültig. Diese Frist kann umgangen werden, wenn die digitale Vignette in einem ADAC-Shop direkt erworben wird. Dann ist die Vignette sofort gültig. Auch für einige Sondermautstraßen gibt es digitale Vignetten.

Nützliche Tipps zum Umgang mit Mautstationen

Anbringung: Kleben Sie die Vignette als Autofahrer von innen an die Windschutzscheibe. Motorradfahrer sollten die Vignette am Tank oder am Gabelholm anbringen.

Bezahlen: Halten Sie nicht zu weit vom Schalter entfernt an, damit Sie, ohne aussteigen zu müssen, bezahlen können. Um den Bezahlvorgang so kurz wie nötig zu gestalten, sollten Sie Ihre Zahlungsmittel bzw. bei der Ausfahrt ihr Ticket griffbereit haben.

Einordnen: Ordnen Sie sich frühzeitig und ordnungsgemäß ein. Das Benutzen der LKW-Spuren ist für Autofahrer nicht gestattet. Falls Ihnen dieser Fauxpas doch passiert sein sollte, bewahren Sie Ruhe und rufen Sie über die Hilfetaste einen Mitarbeiter der Mautstation zu sich.

Fahrtrichtung: An Mautstationen dürfen Sie nur geradeaus fahren. Das Wenden und Rückwärtsfahren ist an Mautstationen grundsätzlich verboten, wenn Sie nicht zuvor die Erlaubnis des Personals erhalten haben. Achtung! Bitte beachten Sie, dass die meisten Mautstationen mit Kameraüberwachung ausgestattet sind! Das Bußgeld für unerlaubtes Rückwärtsfahren oder Wenden an Mautstationen beträgt in Italien z. B. 419 Euro.

Kaufen: Um Zeit und Nerven an der Mautstation zu sparen, kaufen Sie die Vignette am besten bereits bevor sie auf die gebührenpflichtigen Straßen einfahren.Vignetten für Österreich, Tschechien, Slowenien und die Schweiz können Sie im ADAC-Shop vor Ort oder online kaufen.

Kreditkartenpflicht: Nein. Sie können meistens auch bar oder mit EC-Karte bezahlen. Überlegen Sie sich aber, ob es sich für Sie lohnt für die Maut-Zahlungen eine Kreditkarte anzuschaffen. Das hängt vor allem von der Häufigkeit der Ein- und Ausfahrten ab. So wird die Urlaubskasse nicht zu sehr belastet.

(Keine/Offene) Schranke: Fahren Sie nicht ohne bezahlt zu haben durch eine Mautstation, selbst wenn die Schranke bereits geöffnet ist. Wenn Ihre Einfahrt nicht registriert ist, müssen Sie bei der Ausfahrt eine Strafgebühr zusätzlich zur Mautgebühr bezahlen. Drücken Sie stattdessen die Hilfetaste. In manchen Ländern, wie z. B. Italien, ist ein nachträgliches Bezahlen der Maut möglich.

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