Die Rechtsschutzversicherung – wann macht sie Sinn und wann ist sie überflüssig?

Rechtsstreitigkeiten können schnell sehr teuer werden. Eine gute Rechtsschutzversicherung hilft in finanzieller Hinsicht in vielen Fällen dabei, Ansprüche vor Gericht durchzusetzen. Wann sie greift und wann sie eher überflüssig ist, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Rechtsschutzversicherung: Eine Frau erklärt einem Paar etwas. Sie sitzen an einem Tisch und haben Unterlagen vor sich liegen.

Ein kurzer Überblick:

Der Abschluss einer Rechtsschutzversicherung erleichtert den Zugang zum Recht, da sie in manchen Fällen einen Prozess finanziell überhaupt erst möglich macht. Die Kosten für Rechtsstreitigkeiten werden bis zur vereinbarten Vertragssumme übernommen. Allerdings werden einige wichtige Risiken von manchen Anbietern gar nicht oder nur unzureichend versichert, weshalb es für Sie wichtig sein kann, zu prüfen, ob eine Rechtsschutzversicherung überhaupt sinnvoll ist.
Grundsätzlich gilt, dass der Rechtsstreit nicht vor Abschluss der Police stattgefunden hat. Viele Anbieter geben sogar Wartefristen zwischen drei und sechs Monaten ab Vertragsbeginn vor.

Wann ist eine Rechtsschutzversicherung sinnvoll?

Bei folgenden Rechtsstreitigkeiten kann eine Rechtsschutzversicherung helfen:

  • rechtliche Auseinandersetzungen mit Ihrem Arbeitgeber: Wenn Sie sich für den Fall absichern möchten, dass ihr Arbeitgeber Ihnen ein schlechtes Arbeitszeugnis ausstellt, eine Abmahnung erteilt oder eine Kündigung androht
  • als Fahrer, Halter oder Mieter eines Fahrzeuges, der beispielsweise als Berufspendler regelmäßig am Straßenverkehr teilnimmt
  • Streitigkeiten um Versicherungsleistungen aus der Berufsunfähigkeits- oder Krankenversicherung: In solchen Fällen kann die Rechtsschutzversicherung die Wichtigkeit ähnlich der BU-/Krankenversicherung selbst einnehmen
  • Streitigkeiten mit dem Vermieter wegen Mieterhöhungen, Betriebskostenabrechnungen oder Schönheitsreparaturen

Wann greift eine Rechtsschutzversicherung nicht?

In einigen Rechtsstreitigkeiten schützt leider auch eine Rechtsschutzversicherung sie nicht vor allen Kosten, wie beispielsweise bei:

  • der Abwehr von Schadensersatzansprüchen anderer
  • erblichen Auseinandersetzungen
  • einer Scheidung
  • einem Streit im Zusammenhang mit dem Kauf oder Verkauf eines Baugrundstücks, dem Hausbau oder der Baufinanzierung
  • spekulativen Kapitalanlagen und Spiel- und Wettverträge
  • Streitigkeiten rund um Geldanlagen, wenn Sie als Anleger falsch beraten wurden

Was übernimmt die Rechtsschutzversicherung?

Die Rechtsschutzversicherung übernimmt in der der Regel Gebühren der Rechtsanwälte und des Gerichts, die Entschädigungen für Zeugen, die Kosten des Sachverständigen und des Gerichtsvollziehers. Ebenso werden Reisekosten zu einem ausländischen Gericht bezahlt. Grundsätzlich übernimmt die Rechtsschutzversicherung die Kosten in Höhe der vereinbarten Versicherungssumme. Deshalb sollte diese mindestens bei 300.000 Euro liegen.

Die Stiftung Wartentest hat im Mai 2021 Rechtsschutzversicherungen verglichen. Den Test finden Sie hier.

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