Eltern-Kind-Entfremdung: Eine Gefahr für Ihr Kind

Wenn sich Eltern trennen, steht das Kind häufig im Zentrum des Konflikts. Wir klären über die Gefahr der Eltern-Kind-Entfremdung auf.

Auf einem Sofa sitzt ein trauriges Mädchen mit Teddybär im Arm. Dahinter entfernt ihr Vater. Es herrscht eine große Distanz.

Wie kommt es zur Eltern-Kind-Entfremdung?

Der Auslöser für das Phänomen der Eltern-Kind-Entfremdung (Parental Alienation) ist häufig eine Trennung oder Scheidung. Eine Trennung, ob bei Lebens- oder Ehepartnern, geht oft einher mit Beschimpfungen und Schlimmerem, wo sich beide Partner gegenseitig verletzen. Dabei ist die Versuchung groß, das Kind auf eine Seite zu ziehen. Sie sollten das jedoch unbedingt vermeiden, denn genau das kann der Beginn einer Eltern-Kind-Entfremdung sein.

Wenn das Kind selbst den Kontakt abbricht

Dies geht so weit, dass ein Elternteil darum kämpfen muss, das Kind zu sehen. Und zwar nicht aus Sorgerechtsgründen, sondern weil das andere Elternteil das Kind so weit manipuliert hat, dass es selbst den Kontakt meidet. Es wird z.B. vor die scheinbare Wahl gestellt: „Gehst du zu Papa/Mama, brauchst du gar nicht wiederkommen.“ Die Angst, ein Elternteil zu verlieren, indem man sich dem anderen nähert, wird täglich geschürt. Kinder rufen das abwesende Elternteil nachts heimlich an, aus Angst, das andere Elternteil könne es bemerken und das Kind verstoßen.

Gerichte entscheiden für das Kindeswohl

Eine solche Beeinflussung kann letztlich dazu führen, dass ein Elternteil auch auf gesetzlicher Ebene das Kind verliert. Um das Kind aus dem Konflikt zu nehmen, entscheiden Gerichte nach dem BGB häufig, dass das Kind nur bei einem Elternteil aufwachsen soll. Denn die ständigen Loyalitätskonflikte sind eine Gefahr für die Kindesentwicklung. Lehnt das Kind den Kontakt zu einem Elternteil offen ab, kann das betroffene Elternteil meist auf juristischer Ebene nichts entgegensetzen. Das Kindeswohl geht vor.

So verhindern Sie eine weitere Entfremdung

Wenn es zu einer gerichtlichen Entscheidung in Sachen Sorgerecht gekommen ist, sollten Sie unbedingt darauf achten, die Eltern-Kind-Entfremdung nicht noch weiter voranschreiten zu lassen. Sprechen Sie nicht negativ über den Ex-Partner, wenn Ihr Kind anwesend ist. Sorgen Sie unbedingt für regelmäßigen Kontakt Ihres Kindes mit dem anderen Elternteil – sofern dies nicht umgangsrechtlich untersagt ist. Üben Sie keinen Druck auf Ihr Kind aus. Andernfalls wird sich Ihr Kind mit der Zeit an Ihrer Sichtweise orientieren und den Kontakt zum zweiten Elternteil verlieren.

Depressionen und Suchtverhalten beim Kind

Die Eltern-Kind-Entfremdung kann enormen Einfluss auf das geistige, seelische und sogar körperliche Wohl Ihres Kindes haben. Das kann letztlich für das Kind zu einem Identitätskonflikt führen. Mögliche Folgen sind Depressionen, Angstzustände oder Suchterkrankungen. Das ist meist ein schleichender und daher umso gefährlicherer Prozess.

Sie haben auch nach der Trennung die Verantwortung

Oft geht es bei der Eltern-Kind-Entfremdung gar nicht darum, wer das Kind erziehen darf. Solche Streitigkeiten sind Kleinkriege, wo getrennte Eltern ihre Macht testen. Dabei dürfen Kinder auf keinen Fall im Zentrum des Konflikts stehen. Kinder sollten nicht die Entscheidung treffen müssen, zu wem sie sich loyal verhalten. Auch nach einer Trennung sind beide Eltern gleichermaßen für die Erziehung und das Wohlergehen des Kindes verantwortlich.

Unterhaltszahlungen nach der Trennung

Das Wichtigste zum Kindesunterhalt nach der Düsseldorfer Tabelle erfahren Sie hier.

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