Checkliste: Was gehört alles in ein Auto?

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Jeder fährt mit seinem Auto, aber nicht jeder macht sich Gedanken dazu, ob sein Auto auch richtig ausgestattet ist. Neben dem Führerschein und der Zulassungsbescheinigung Teil 1, die Sie auf Nachfrage von Polizeibeamten z. B. bei einer Verkehrskontrolle vorzeigen müssen, gibt es einige Pflicht-Utensilien und Gegenstände, die Sie immer zur Hand haben sollten.

Was muss im Auto sein? Welche Konsequenzen drohen, wenn Sie wichtige Gegenstände nicht an Bord haben? Und was sollte man alles im Auto mit sich führen, auch wenn es vielleicht nicht unbedingt gesetzlich vorgeschrieben ist?

Die wichtigsten Infos dazu erhalten Sie hier in unserer Checkliste von RAin Izmirli, Rechtsanwältin für Verkehrsrecht aus Hamburg.

  1. Gegenstände, die in jedem Auto sein müssen

Es ist gesetzlich vorgeschrieben einige Gegenstände im Auto mitzuführen, das regelt die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) eindeutig.

Verbandskasten (§ 35a StVZO)

Der Verbandskasten muss sich im Auto befinden und sollte außerdem gut erreichbar und sicher verstaut sein. Beladen Sie Ihr Auto also z. B. vor einer größeren Fahrt – sorgen Sie dafür, dass der Verbandskasten nicht unter all Ihrem Gepäck verbaut ist und Sie im Falle eines Falles an den Verbandskasten kommen!

In einen Verbandskasten gehören dann u. a.:

  • Pflasterrolle auf Spule sowie Pflasterstrips in verschiedenen Größen
  • staubgeschützt verpacktes Fertig-Pflasterset
  • Wundschnellverband
  • verschiedene Verbände für Finger und Fingerkuppen
  • Verbandpäckchen in verschiedenen Größen und Verbandtücher
  • Fixierbinden, Dreieckstücher
  • eine Rettungsdecke, die auch das Auskühlen von Unfallopfern verhindern soll
  • Kompressen zur Wundauflage
  • Pflasterschere
  • Feuchttuch zur Reinigung der Haut
  • Gummi-Handschuhe

Achtung! Ein Verbandskasten hat ein Verfallsdatum! Ist das Verfallsdatum überschritten, müssen Sie die Ausrüstung dringend austauschen. Denn werden Sie von der Polizei kontrolliert, haben einen Verbandskasten dabei, ist dieser aber abgelaufen, ist ein Verwarnungsgeld von 5 Euro fällig. Und auch wenn der Kasten ganz fehlt, werden 5 Euro Bußgeld fällig.

Warndreieck (§ 53a StVZO)

Auch ein Warndreieck gehört in jedes Auto. Denn nach einer Panne oder einem Unfall müssen Sie dafür sorgen, dass andere Verkehrsteilnehmer rechtzeitig auf Sie bzw. die Unfallstelle aufmerksam werden und ihr Tempo reduzieren. Das dient der eigenen Sicherheit und der Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer.

Dabei muss ein Warndreieck auch unterschiedliche Anforderungen erfüllen: Es muss tragbar, standsicher und so beschaffen sein, dass sie bei Gebrauch auf ausreichende Entfernung erkennbar sind. Wichtig ist dafür, dass Warndreiecke rückstrahlend sind, also im Scheinwerferlicht anderer Fahrzeuge reflektieren.

Führen Sie ein Fahrzeug mit einem Gewicht von mehr als 3,5 Tonnen, müssen Sie neben dem Warndreieck außerdem auch noch eine Warnleuchte mitführen.

Achtung! Wenn Sie in eine Polizeikontrolle geraten und das Warndreieck / Warnleuchte nicht vorzeigen können, ist ein Verwarnungsgeld von 15 EUR fällig.

Warnweste (§ 53a StVZO)

Was wir in Deutschland früher nur aus dem Urlaub in benachbarten Ländern wie Österreich oder Italien kannten, ist seit 2014 auch in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben: Seit 2014 müssen in einem Auto auch Warnwesten mitgeführt werden, die Insassen im Falle einer Panne oder eines Unfalls tragen können, um im Straßenverkehr besser erkennbar zu sein. Eine Warnweste reicht pro Fahrzeug dabei schon aus!

Wo die Westen im Fahrzeug aufzubewahren sind, ist nicht gesetzlich vorgeschrieben und auch dass man sie tragen muss, wenn man das Fahrzeug z. B. nach einer Panne verlässt, ist nicht vorgeschrieben. Es ist aber natürlich empfehlenswert, die Warnweste im Fahrerraum des Autos aufzubewahren. So können Sie sie im Notfall direkt erreichen.

Achtung! Wenn Sie bei einer Polizeikontrolle keine Warnweste vorzeigen können, müssen Sie ein Verwarnungsgeld von 15 EUR zahlen.

  1. Nicht vorgeschriebene, aber empfohlene Utensilien

Neben Gegenständen, die Sie gesetzlich vorgeschrieben im Auto mitführen müssen, gibt es aber auch andere Utensilien, die Sie im Fahrzeug haben sollten, schlichtweg weil Sie im Falle eines Falles nützlich sind. Teilweise ist es erstaunlich, dass diese Gegenstände nicht aufgrund gesetzlicher Vorgaben immer im Fahrzeug vorhanden sein müssen – z. B. im Falle des Ersatzrades.

Die nachfolgende Auflistung an Gegenständen ist deshalb nur als Empfehlung zu verstehen.

Technisches Zubehör/Pannenzubehör:

  • Starthilfeset („Überbrückungskabel“)
  • Ersatzrad
  • Werkzeugkasten, Wagenheber, Radmutternschlüssel
  • Motoröl
  • Handschuhe
  • Abschleppseil oder Abschleppstange mit entsprechender Befestigung

Sonstige nützliche Gegenstände:

  • Smartphone (ggfs. für Fotos nach Unfall)
  • genormte Parkscheibe
  • Eiskratzer / ggf. Schneeketten
  • Wasser (Trinkwasser / für Spritzwasseranlage, z. B. bei Streusalz auf der Fahrbahn im Winter!)
  • Decke
  • Schwamm / Lappen
  • Taschenlampe
  • Traubenzucker / Essen / Trinken auf langen Fahrten
  • Sonnenbrille
  • Papier / Stifte
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