COVID-19 Spezial: Deutschland im Homeoffice-Modus

Wir möchten Ihnen wichtige Tipps und Tricks für ein erfolgreiches Arbeiten im Homeoffice geben.

Homeoffice ist das Thema, das Arbeitnehmer und Arbeitgeber in Deutschland gerade umtreibt und teilweise vor technische Probleme stellt. Vor der Corona-Krise lag die Anzahl der Unternehmen, die tatsächlich ständig oder teilweise Homeoffice anboten, bei ca. 40 Prozent, aber nur 12 Prozent der Arbeitnehmer wollten diese Möglichkeit aktiv nutzen. Das Homeoffice kaum in Anspruch genommen wurde, lag also sowohl an den 60 Prozent der Arbeitgeber, die es nicht ermöglichen konnten oder wollten – aber auch an derern Arbeitnehmern, die es nicht nutzen wollten. Als Gründe werden zum Beispiel die soziale Vereinsamung, eine dauerhafte Ablenkung durch Aufgaben in den eigenen vier Wänden oder das Gefühl, nicht alles arbeitsrelevante mitzubekommen, genannt.

In Krisenzeiten, wie sie gerade herrschen, änderten sich diese Ansichten quasi über Nacht. Die Rufe nach Homeoffice-Möglichkeiten werden jeden Tag lauter. So veröffentlichte Statista vor wenigen Tagen deutlich andere Zahlen, als sie vor der Krise bekannt waren.

Heute könnten sich derzeit drei Viertel der arbeitenden Bevölkerung vorstellen – während der Corona-Krise – im Homeoffice zu arbeiten, 66,1 Prozent möchten, dass ihr Arbeitgeber die entsprechende technische Lösung bereitstellt und 58 Prozent der Arbeitnehmer haben das dringende Bedürfnis, im Homeoffice arbeiten zu dürfen. Knapp über 50 Prozent der Arbeitnehmer sind sich auch sicher, dass ihre Arbeitgeber technisch dazu in der Lage wären, ihnen Homeoffice zu ermöglichen. Doch Telefone, Laptops und andere technische Geräte, die auch für das Homeoffice dringend notwendig sind, sind weder in den Unternehmen noch in Ämtern und Ministerien für jeden Mitarbeiter vorhanden. Auch ist fraglich, ob Deutschland weit genug digitalisiert ist und die vorhandenen Breitbandnetze die zusätzliche Belastung bewältigen könnten. Ob und wann Deutschland vor dieser Bewältigungsprobe steht, kann derzeit nicht vorausgesagt werden. Deswegen wollen wir Ihnen ein paar Tipps an die Hand geben, damit das Arbeiten im Homeoffice einfacher wird.

Oberste Maxime: Ablenkungen vermeiden

Der Chef ist weit weg und das Smartphone vibriert – ununterbrochen. Kein Wunder, denn dank des Corona-Virus steht die Welt Kopf. Denn jedes Nachrichtenportal und jeder Social-Media-Status von Freunden und Bekannten meldet gefühlt minütlich den aktuellen Stand der Krise. Bei so viel Ablenkung ist es gar nicht so leicht zu arbeiten. Vor allem für Arbeitnehmer, die noch nie im Homeoffice gearbeitet haben, müssen Arbeitgeber in diesen Tagen besonders viel Geduld und Verständnis aufbringen, bis eine Gewöhnung eingesetzt hat.

Deswegen das Allerwichtigste: Versuchen Sie sich möglichst genau so zu verhalten, wie Sie sich im Büro auch verhalten würden. Es kann zwar nicht plötzlich jemand hinter Ihnen stehen und Ihnen über die Schulter gucken, aber das heißt nicht, dass Sie deswegen jede Ablenkung zulassen sollten. Also schalten Sie Ihr Smartphone am besten auf lautlos und legen es in die Schreibtischschublade. Räumen Sie sich einen Arbeitsplatz frei, an dem Sie nicht mit Ihrem privaten Alltag konfrontiert werden. Planen Sie, wie sonst auch, wann Sie was im Haushalt erledigen, damit Sie das Unerledigte im Hinterkopf nicht während des Homeoffice stört. Melden Sie sich, wenn Sie an ihrem privaten Laptop arbeiten, von Ihrem privaten E-Mail-Programm ab und deaktivieren Sie die vielen Newsticker, die sich in den letzten Tagen nahezu von selbst einschalten. Ja, die Verlockungen, in der eigenen Wohnung nicht zu arbeiten, sind groß. Doch SIE wollen arbeiten – auch wenn Sie gerade zu Hause sind. 

Büroroutine beibehalten

Deswegen ist es umso wichtiger, auch für das Homeoffice eine Routine festzulegen. Wenn Sie jedoch zu den Leuten gehören, die Arbeit und Freizeit gerne strickt trennen, haben Sie mit Homeoffice das größte Problem. Denn Sie sitzen zu Hause – möglicherweise sogar im Wohnzimmer auf der Couch oder in der Küche am Tisch und sollen etwas für die private Umgebung Ungewohntes tun: Arbeiten. Denn die wenigsten Arbeitnehmer werden für ein paar Wochen einen festen Arbeitsplatz einrichten wollen oder können, wenn dieser nicht bereits existiert.

Wer ein Arbeitszimmer oder nur einen Schreibtisch in einer ruhigen Ecke der Wohnung stehen hat, ist also klar im Vorteil. Denn dann können Sie ihren Alltag ohne „Umbauten“ so gestalten, wie er auch im Büro aussieht: Sie packen Ihre Sachen und gehen ins „Büro“. Der einzige Unterschied ist, dass Sie keine Jacke anziehen, die Wohnung nicht verlassen und auch nicht von den Kollegen begrüßt werden. Auch wenn Sie zu Hause sind, sollten Sie sich auf die Arbeit einstellen. Ziehen Sie sich Arbeitskleidung an, machen Sie sich einen Tee oder Kaffee und setzen Sie sich an den zuvor vorbereiteten Arbeitsplatz. Versuchen Sie die Routinen, die Sie sich im Büro angewöhnt haben, so gut es geht beizubehalten.

Machen Sie sich einen Zeitplan

Damit Sie so effektiv wie möglich arbeiten können, sollten Sie sich Ihre Zeit genau einteilen und einen Plan inklusive Pausen vorbereiten. Am besten sprechen Sie die Mittagspause auch mit Ihrem Chef ab, damit dieser nicht vergeblich versucht Sie zu erreichen. Sie können sich auch kleine Pausen einplanen, in denen Sie sich in der Wohnung die Beine vertreten und Kleinigkeiten erledigen. Aber planen Sie die Zeit und die Dauer dieser kleinen Pausen im Voraus, um die Zeit nicht zu vergessen.

Noch ein Punkt, der alle Arbeitgeber beruhigen sollte:

Viele Arbeitnehmer arbeiten im Homeoffice sogar mehr als im Büro. Das kann verschiedene Gründe haben:

  • Sie sparen sich den Arbeitsweg.
  • Sie wollen dem Chef beweisen, dass er sich auch im Homeoffice auf Sie verlassen kann.
  • Übergänge vom Schreibtisch zum Abendbrottisch werden fließend und Sie wollen noch „schnell“ etwas fertig machen.

Pflegen Sie den Kontakt zu den Kollegen

Damit Sie nicht „vereinsamen“ und immer die aktuellsten Informationen haben, sollten Sie den Kontakt zu Ihren Kollegen unbedingt regelmäßig suchen und aufrechterhalten. Am besten funktioniert das mit einem fixen Telefontermin mit den Kollegen, mit denen Sie am engsten zusammenarbeiten. Sie können außerdem mit Ihrer Abteilung eine regelmäßige Telefon- oder Video-Konferenz einplanen, die immer zu Beginn und/oder Ende des Arbeitstages stattfindet, um sich gegenseitig auf dem Laufenden zu halten. Außerdem sollten Sie sich von Zeit zu Zeit persönliches Feedback von Ihrem Chef holen und mit diesem auch regelmäßig über Neuigkeiten im Unternehmen sprechen können. Das gibt Ihnen das Gefühl, dass Sie nicht den Anschluss an den Büroalltag verlieren.

Kinderbetreuung und Homeoffice

… kann leider ohne Regeln nicht lange gleichzeitig gut gehen. Denn wie oben aufgelistet, gibt es noch genug weitere Ablenkungen. Was sollen Sie also machen? Ihr Kind kann nicht in die Kita. Es kann nicht zu Freunden nach draußen. Es kann nicht zu Oma und Opa. Es kann nicht … Diese Reihe könnte noch eine Weile weiter vervollständigt werden. Denn die meisten Betreuungsmöglichkeiten fallen gerade schlichtweg aus, da Sie niemanden gefährden wollen oder diese geschlossen wurden. Doch wie sollen Sie dann konzentriert arbeiten, wenn alle paar Minuten die Tür aufgeht oder es im Kinderzimmer einen lautstarken Knall gibt und sie nachschauen gehen müssen?

Experten raten zum Beispiel dazu, mit den Kindern genaue Pläne und Absprachen zu treffen und ihnen zu versprechen, zu einem bestimmten Zeitpunkt mit ihnen zu spielen und zu einem anderen die Eltern arbeiten zu lassen. Aber das ist nicht mit allen Kindern praktikabel. Besonders Kindergartenkinder werden den Sinn darin, dass Mama und Papa jetzt arbeiten müssen, aber zu Hause sind, nicht zwingend verstehen. Deswegen sollten Sie ihrem Kind spielerisch die neue Situation erklären. Dabei kann es helfen, dem Kind ein eigenes Homeoffice einzurichten, damit das Kind auch „arbeiten“ kann. Außerdem sollten Sie, wenn Sie in einer Partnerschaft leben, mit dem Kind und dem Partner ausmachen, wer wann gestört werden darf. Zum Beispiel: Die Mama hält sich gerade am Schreibtisch auf und das heißt, sie darf nicht gestört werden. Der Papa sitzt aber am Küchentisch und da darf das Kind ihn stören.

In diesem Sinne: Bleiben Sie gesund und bleiben Sie zu Hause.


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