Wie lange zahle ich für mein Kind Unterhalt?

Das Recht auf Unterhalt wird im Familienrecht gesetzlich geregelt. Wichtige Informationen zum Kindesunterhalt erhalten Sie in diesem Beitrag.

Im Hintergrund ist ein 50 Euro Schein und im Vordergrund liegt Kleingeld. Münzen bilden einen Stapel, daneben liegt ein roter Schnuller. Es geht um Unterhalt für Kinder.

Jedes Kind hat Recht auf Unterhalt. Im Falle einer Trennung zahlt der Elternteil, bei dem das Kind nicht lebt, einen bestimmten Unterhaltsbeitrag. Der andere Elternteil erfüllt seinen Unterhaltsbeitrag in der Regel durch Pflege und Erziehung.

Kinder haben Anspruch auf einen Mindestunterhalt

Für minderjährige Kinder ist in § 1612a BGB geregelt, dass sie Anspruch auf Mindestunterhalt haben. Dieser richtet sich nach dem steuerfrei zu stellenden sächlichen Existenzminimum des Minderjährigen, den das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz alle zwei Jahre festlegt. Der Mindestunterhalt ist vom Kindesalter abhängig und beträgt monatlich

  • Bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahres 87 %
  • Vom siebten bis zur Vollendung des zwölften Jahres 100 %
  • Vom 13. Lebensjahres an 117 %

Düsseldorfer Tabelle

Die Düsseldorfer Tabelle spielt eine wichtige Rolle bei der Unterhaltszahlung. Sie ist zwar keine gesetzliche Regelung, wird aber bundesweit als Leitlinie für die Bestimmung des konkreten Barunterhaltsbedarfs unterhaltsberechtigter Kinder verwendet. Die Bedarfssätze wurden zuletzt am 01.01.2021 angehoben.

Weiter unten können Sie die aktuelle Tabelle herunterladen!

Unterhalt und Kindergeld – was muss ich beachten?

Der Unterhaltsanspruch des Kindes wird zwar in der Tabelle geregelt, für den tatsächlichen Zahlbetrag muss allerdings zusätzlich das Kindergeld berücksichtigt werden. Zieht der Unterhaltsschuldner das Kindergeld vom Tabellenbetrag ab, erhält er den endgültigen Zahlbetrag. Die Kindergeldanrechnung erfolgt bei Minderjährigen je zur Hälfte (§ 1612 b BGB), bei Volljährigen in vollem Umfang.

Wie lange müssen Eltern Unterhalt zahlen?

Es besteht Anspruch auf Kindesunterhalt für minderjährige und volljährige Kinder, die sich noch in der Erstausbildung befinden. In beiden Fällen müssen die Kinder unverheiratet sein, da mit der Ehe der Unterhaltsanspruch auf den Ehegatten übergeht.

Unterhalt des Kindes als Wechselmodell

Es gibt auch Ausnahmen, wenn die getrennten Eltern sich auf die gemeinsame Fürsorge und Betreuung ihres Kindes einigen. Hierzu zählt auch das wechselseitige Wohnen bei den Elternteilen. Es gibt kein konkretes Gesetz für dieses Modell, aber da das Wohl des Kindes im Vordergrund steht, kann diese Ausnahme vor Gericht glaubhaft gemacht werden. Dadurch, dass sich die Eltern die Betreuung des Kindes teilen, werden auch die Unterhaltszahlungen aufgeteilt. Verfügen die Eltern jedoch über stark abweichende Einkommen, muss trotzdem der Elternteil mehr zahlen, der über ein höheres Einkommen verfügt.

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