Wildunfall: richtiges Verhalten und Präventionsmaßnahmen

Im Frühjahr und im Herbst gilt besondere Vorsicht in der Dämmerung: Wildtiere kreuzen häufig die Fahrbahn.

Ein Hirsch läuft auf die Straße. Im Vordergrund ist ein "Achtung Wildwechsel"-Schild zu sehen. Im Hintergrund fährt ein Auto auf der Straße.

Laut Deutschem Jagdverband kam es 2018/19 allein in Bayern zu über 54.000 Unfällen, bei denen Rehwild zu Tode gekommen ist. Zusätzlich dazu kamen über 2.000 Unfälle mit Schwarzwild und einige mit Damm- und Rotwild. Vor allem im Herbst kommt es vermehrt zu Wildunfällen, da für viele Tiere Brunftzeit ist und sie in der Dämmerung die Straßen überqueren. Wir zeigen Ihnen, wie Sie solchen Unfällen vorbeugen können und welches Verhalten richtig ist, sollte es doch zu einem Wildunfall kommen.

Wie lässt sich Wildunfällen vorbeugen?

Generell kann man den Unfällen durch erhöhte Vorsicht vorbeugen. Straßen in Wald- und Feldnähe sind besonders prädestiniert für Wildwechsel, deshalb sollten Autofahrer hier besonders achtsam sein. Zudem sind die meisten Wildtiere nacht- und dämmerungsaktiv. Nur wer die risikoreichen Jahres- und Tageszeiten und Warnschilder berücksichtigt und die Geschwindigkeit entsprechend reduziert, kann im Falle von Wildwechsel noch rechtzeitig bremsen.

Was tun, wenn Wild am Fahrbahnrand auftaucht?

Entdeckt ein Kraftfahrer am Straßenrand ein Wildtier, sollte er zuerst die Geschwindigkeit reduzieren und versuchen, es durch Hupen zu verscheuchen. Ist es dunkel und das Fernlicht aktiviert, so schaltet man dieses am besten aus, denn die Tiere werden durch das grelle Licht geblendet und können sich nicht mehr richtig orientieren, weshalb sie oftmals erst recht auf die Straße laufen. Befindet sich das Tier bereits auf der Straße, versuchen sie auch hier, es durch Hupen zu verscheuchen und verzichten auf Fernlicht. Vermeiden Sie in jedem Fall riskante Ausweichmanöver. Autofahrer neigen dazu, dem Wild reflexartig auszuweichen, was zu deutlich schwereren Unfällen führen kann als einer Kollision mit einem Wildtier.

Bei Kleintieren wie Eichhörnchen oder Igeln ist es zudem so, dass Autofahrer im Falle eines Auffahrunfalls eine Teilschuld haben. Wer spontan ohne ersichtlichen Grund für das nachfahrende Fahrzeug bremst, handelt fahrlässig und gefährdet die Verkehrssicherheit, die laut Gesetz mehr Gewichtung hat als das Leben eines Kleintiers.

Wie verhalte ich mich, wenn es zu einem Unfall gekommen ist?

Wenn die Kollision mit einem Wildtier nicht mehr zu vermeiden war, gilt es als Erstes Ruhe zu bewahren. Schalten Sie die Warnblinkanlage ein, ziehen Ihre Warnweste an und stellen das Warndreieck in entsprechender Entfernung auf. Wenn Personen verletzt sind, benachrichtigen Sie umgehend den Rettungsdienst. In jedem Fall muss die Polizei bei einem Wildunfall verständigt werden. Entfernen Sie sich vom Unfallort, ist dies bei Wildunfällen zwar keine Fahrerflucht, kann aber, falls das Tier noch lebt, ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz darstellen. Die Polizei nimmt den Unfall auf und benachrichtigt den zuständigen Jagdpächter, der sich um das Tier kümmert. Dem verletzten Tier selbst helfen zu wollen oder es gar mitzunehmen ist nicht ratsam, da dies eine erhebliche Gefahr für den Fahrer darstellen kann und Letzteres außerdem den Straftatbestand der Wilderei erfüllt.

Lassen Sie sich von den Polizeibeamten eine Bescheinigung für die Versicherung ausstellen, um später nachweisen zu können, dass die Schäden am Fahrzeug tatsächlich von einem Wildunfall kommen. Auch die Dokumentation durch Fotos ist ratsam, um den Unfall später belegen zu können.

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