Wie wirksam ist ein Fahrradhelm?

Wie gut ein Fahrradhelm schützen kann und wie Sie ihn für den optimalen Schutz richtig einstellen, erklären wir Ihnen hier.

Mann mit Fahrradhelm und rotem Shirt kniet vor kleinem Jungen mit blauem Shirt und setzt ihm den Helm auf.

Da man als Fahrradfahrer ohne jeglichen Airbag oder Knautschzone auskommen muss, läuft ein Radunfall nie ohne Verletzungen ab. Hierbei kann es zu Schürfwunden, gebrochenen Knochen bis hin zu Schäden an der Wirbelsäule kommen. Ein hoher Prozentsatz der Radfahrer trägt Kopfverletzungen davon. Diese können – besonders ohne Helm – tödlich enden oder lebenslang bleibende Schäden verursachen.

Häufigkeit von Kopfverletzungen

Tatsächlich kommt es bei einem Unfall mit dem PKW jedoch viel häufiger zu schweren Schädel-Hirn-Verletzungen. Das liegt daran, dass die meisten Menschen ihre alltäglichen Wege lieber mit dem Auto als mit dem Fahrrad zurücklegen. Sogar im Haushalt oder bei Freizeitbeschäftigungen erleiden die Menschen häufiger eine Kopfverletzung als beim Fahrradfahren.

Warum also einen Helm tragen, wenn das Fahrradfahren scheinbar doch nicht so gefährlich ist? Wie gut kann mich der Helm denn überhaupt schützen?

So schützt der Helm den Kopf

Der Helm kann den Unfall auch nicht verhindert. Aber Kopfverletzungen können verringert oder sogar ganz vermieden werden, da ein geeigneter Helm die Krafteinwirkung auf den Schädel reduziert. Die Aufprallfläche des Fahrradhelms ist größer. Somit wird die Energie über den ganzen Helm verteilt, anstatt nur auf eine kleine Aufprallfläche am Kopf zu wirken.
Bei einem Sturz bricht unter Umständen der Helm – aber nicht der Kopf.

Vor allem Kinder und Jugendliche sollten immer mit einem Helm ausgestattet sein – egal, ob das „uncool“ ist. Auch sportliche Fahrer und E-Bike Besitzer sollten auf jeden Fall einen Helm tragen.

Wie Sie Ihre Kinder überzeugen

Die Meinung zum „modischen Aspekt“ des Fahrradhelms hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Mehr und mehr Menschen tragen inzwischen einen Helm, was diesen immer populärer macht. Sollten Ihre Kinder dennoch nicht überzeugt sein, dürfte sie ein praktischer Test sicher beeindrucken. Lassen Sie etwas wie z.B. eine Melone aus mindestens 1,50 m Höhe auf den Boden fallen – sie wird zerbrechen. Schnallen Sie einer zweiten Melone anschließend einen Fahrradhelm um – sie wird den Sturz unbeschadet überstehen.
Hierfür sollten Sie einen alten Helm verwenden, der nicht mehr benutzt wird, da der Helm beim Test Schaden nehmen kann!

Schützt der Helm nach dem Unfall noch?

Nach einem Sturz müssen Sie Ihren Fahrradhelm umgehend ersetzen. Der Helm kann nach einem Unfall äußerlich unversehrt aussehen, jedoch durch feine, unsichtbare Risse beschädigt sein. Diese können die Schutzwirkung erheblich einschränken! Kaufen Sie daher auch besser nie einen gebrauchten Helm.
Ist er nicht in Benutzung, sollten Sie Ihren Helm an einem kühlen Ort aufbewahren. Dauerhafte Sonneneinstrahlung oder zu warme Temperaturen können den Helm sonst verformen. Generell empfiehlt der TÜV, den Fahrradhelm nach ca. 5 Jahren auszuwechseln.

Wie stelle ich den Helm richtig ein?

Damit Ihr Helm ideal auf Sie abgestimmt werden kann, sollten Sie einen Fachhändler aufsuchen und nicht im Internet bestellen. Der Fahrradhändler hilft Ihnen bei der Größenauswahl, die sich nach dem Kopfumfang richtet.
Um bei einem Unfall bestmöglich geschützt zu sein, müssen die Riemen richtig eingestellt werden. Die Schnalle des seitlichen Riemens sollte knapp unter dem Ohrläppchen sitzen. Zwischen dem Kinn und dem geschlossenen Kinngurt sollte nicht mehr als einen Finger breit Luft sein. So kann sich der Fahrradhelm bei einem Sturz nicht aus Versehen vom Kopf lösen.

Jedes Jahr werden zahlreiche Tests durchgeführt in Sachen Komfort, Handling und Schutzwirkung. In Fahrradmagazinen oder bei offiziellen Testberichten im Internet können Sie sich genauestens informieren. So können Sie herausfinden, welcher Helm für Sie ideal ist, bevor Sie zum Fahrradhändler gehen.

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